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GLÜCKSHORMONE

TREFFEN

GLÜCKSHORMONE

REISETAGEBUCH

Beginn einer
Liebe

Ankunft, Banjul International Airport 

1/4

Ghhhn, ghhhn, es ist frühmorgens um 5 in der Schweiz. Zeit sich vorzubereiten für die Anreise mit dem Flixbus von St.Gallen nach München. Ich bin anders aufgeregt als sonst wenn ich in fremde Länder fliege. Dieses mal stimmte was mit dem Puls nicht, ich habe etwas Herzklopfen. Krank? frage ich mich. Hmmm, klar, es müssen die Symp-tome einer Liebeserkrankung sein, antworte ich mir.

 

Nach dem ersten Kontakt mit der Kaffeemaschine und einem doppelten Espresso wurde ich ruhiger, schaltete um auf die wichtigen Dinge wenn man eine Reise tut. Passport i.O., Yellow Fever Impfausweis i.O., Flight Ticket i.O., Busticket i.O., Master Debit Card i.O., Bargeld i.O., Laptop und Kabel i.O., Mobile und Ladegerät i.O., Canon Fotoausrüstung i.O..  

Jetzt aber schnell den Backpacker Rucksack umschnallen, ich muss den nächstmög-lichen Zug nach St.Gallen erwischen, komme ich zu spät, der Flixbus nach München fährt auch ohne mich.

Entgegen vielen Meinungen, der Schweizer wäre verschlossen und nicht kontaktfreu-dig, ich wurde wiedermal anderem belehrt. Obwohl es 7:30 am Morgen ist, die Züge von Menschen die zur Arbeit müssen überfüllt sind, verwickelten mich die Menschen in Gespräche. Klar, ich falle mit meinem Tramper Rucksack auf. «Guten Morgen, wohin geht die Reise»?. «Nach The Gambia, Westafrika» erwidere ich. «Oh, das ist mal eine ganz spezielle Destination, das hört man nicht so oft». «Stimmt, The Gambia fristet ein Dornröschenschlaf, nur wenige Reiseagenturen haben The Gambia gelistet. Warum dies so ist, werde ich erkunden gehen und dann auf meinem online Reisetage-buch beschreiben», erwiderte ich. «Na dann, gute Reise und schöne Erlebnisse»

 

Es ist 9 Uhr, schnell noch in den Bahnhof-Shop, will im Flixbus versorgt mit Sandwich und Wasser sein. Nun stehe ich hier beim Busbahnhof und warte darauf, dass mich der Flixbus näher nach The Gambia bringt. Und wieder «Guten Morgen, wohin geht die Reise»?, fragt mich eine attraktive Frau, die, wie sich herausstellte auch nach München muss. Wir sind uns schnell sympathisch, und verkürzten uns die Busfahrt mit regen Gesprächen und nach drei Stunden Busfahrt haben wir das Gefühl, dass wir uns seit ewiger Zeit kennen. «Sandra, ich möchte dich zu Frühstück einladen. nimmst du an»?. «Bin dabei», ist die Antwort. Weitere Gespräche folgen. «Jetzt aber liebe Sandra muss ich auf den Zug zum Flughafen, sonst wird es zeitlich eng». «Ich bringe dich noch zum Bahnsteig, damit du nicht den falschen Zug nimmst». Mit einer warmen Umarmung verabschieden wir uns auf dem Bahnsteig, sind aber im Wissen, dass wir uns wiedersehen werden.

 

Am Flughafen angekommen, oh, ich muss mich gedulden, das Check-In-Terminal ist noch nicht offen. Kein Problem, dann habe ich Zeit, meine Liebste in The Gambia zu informieren, dass ich bald boarding machen werde. 
 

«Bitte liebe Royal Air Maroc, bring mich sicher nach The Gambia», sagte ich mit leiser Stimme zu mir. Ich glaube, meine Sitznachbarin hat es nicht verstanden, sie sieht Marokkanisch aus. Die Triebwerke dröhnen, sie nehmen Drehzahl auf, dann der Schub in den Rücken, The Gambia ich komme dir immer näher. Flight Attendant freundlich, Essen ganz okay, ebenfalls die Beinfreiheit. Okay, bin ja kein Riese von Mann. Ich fliege zwar der Tagverlängerung entgegen, aber die Drehung der Erde ist doch etwas schneller als die Royal Air Maroc und ich tauche ein, in die Dunkelheit des Abends. Die 3 Stunden und 40 Minuten mit einer jungen, sehr attraktiven und äusserst geselligen Marokkanerin lebend in Finnland, verfliegen ja wie im im Flug dachte ich mir, als ich auf die Uhr schaue. Wieso kommt sie mir immer so nah, was hat sie im Schilde? Keck und redegewandt wollte sie mir klar machen, ich solle doch in Casa-blanca aussteigen und sie nach Hause begleiten. «What? Why that»?, fragte ich sie. «You're sympathetic and handsome», ist ihre schnelle und kecke Antwort. Wow, was für ein hübsches Lächeln, aber ich muss mir jetzt schnell was einfallen lassen, denn ich bin ja nicht auf der Suche nach einem marokkanischen Abenteuer. «Unfortunately this is not possible, I have an appointment in The Gambia and will be picked up at the airport Banjul». «Hmm, I'll give you my phone number, you can call me when you're in Morocco«, ist ihr Angebot. «Will do it» sage ich. Als single man, würde ich jetzt in Casablanca aussteigen, sprach ich im stillen zu mir.
 

Ich bin nun seit 14 Stunden auf den Beinen und jetzt dieses Chaos am Flughafen Check Point in Casablanca. Nach geduldigen 35 Minuten habe ich das Gate für die Weiterreise nach Banjul geschafft. Ich sitze entspannt auf einem der üblichen Stühlen, so wie man sie überall an den Flughäfen kennt, mein Handgepäck mit dem Laptop vornüber gehängt und immer unter Kontrolle. Meine Augen drehen Runden, sehen Männer in ihrer kulturellen Bekleidung, dem Chilaba und Frauen im marokkanischem, elegantem Kaftan. Ja, denke ich, in The Gambia werden die lokalen Menschen ähnlich angezogen sein, denn The Gambia ist 90% muslimisch geprägt. 

Super, pünktlich wie angesagt, wir starten Richtung Banjul, der Hauptstadt von The Gambia. Saasen von München nach Casablanca eher hellhäutige Afrikaner im Flieger, eben Marokkaner so sind es jetzt die dunkelhäutigen, die typischen Gambianer. Mein gambianischer Sitznachbar reist von England an, er arbeitet für eine Oelförderfirma, sagt er. Nochmals liegen 3 Stunden 30 Minuten vor mir, dann aber kann das Abenteuer The Gambia endlich beginnen.
 

Es ist 1 Uhr Nachts, die Landung wird eingeleitet. Nun aber steigt mein Puls merklich an. Nicht dass ich Flugangst habe, sondern, sehr bald werde ich das erste Mal meine Liebe in den Armen halten, bis an hin sahen wir uns ja nur über Skype. Ein sehr intensives, kribbelndes, spezielles Gefühl umgibt mich. Die Board Beleuchtung wird reduziert, die Crew schaut vorbei und guckt auf den Sitzgurt, ich schaue aus dem Fenster, sehe Lichter, ich höre das Fahrwerk herausfahren. Es herrscht Stille, dann das sanfte Aufsetzen, der Pilot steigt in die Eisen, der Körper beugt sich nach vorne. Endlich, nach 18 Stunden auf den Sohlen bin ich sicher angekommen.

Ich stehe am Gepäcksband und schmunzle, was für eine winzige Ankunftshalle, verglichen mit Mumbai oder Bangkok wo ich immer wieder hinreise. Klar, The Gambia hat eine Population von 2 Millionen sag ich mir. deshalb erwarte auch nicht mehr. 

«Good morning Sir, welcome to The Gambia, the smiling coast». Der Border Officer ist nett, kontrolliert aber meinen Passport und Impfausweis gewissenhaft. Und, es dauert gefühlte Stunden. In diesem Moment, ich werde nervös, ist was nicht korrekt mit dem Yellow Fever Impfausweis? «Leave your luggage here and go to the visa office, Swiss citizens need a visa». Ich bin erstaunt, habe ich mich doch genau informiert, sogar in der gambianischen Botschaft angerufen. Schweizer haben keine Visapflicht, so war es mir. Okay, mir blieb nichts anderes übrig, als die 50 US-Dollar zu bezahlen. Das Visa Office ist veraltet, nichts deutet darauf hin, dass auch The Gambia im 21. Jahrhundert angekommen ist. Meine Augen sehen Menschen die auf ihre Angehörigen warten und WOW, ich sehe eine wunderschöne Frau, sie winkt mir aufgeregt zu, Oh, jetzt schnalle ich es, es ist meine Liebe, die Natasha. Jetzt noch ganz schnell mein Gepäck holen, dann meine Haare zurecht legen, zwei frische Menthol Kaugummis in den Mund und dann, ja es ist soweit, ich fokussiere sie ein weiteres Mal unter den vielen Menschen, ich überquere die Sperrzone und wir fallen uns mit aller Wucht in die Arme. Wir zittern, wir beben und wir lachen und ringen nach Worten. Nach inniger Begrüssung dann, «dies ist meine Freundin Miatta, sie hat mich begleitet», sagt sie und ich begrüsse sie nach Schweizer Art, drei Küsschen auf beiden Wagen.

 

«Der Taxifahrer ist unser Freund, er bringt uns nach Hause, Johnny», sagt Natasha. Wir verstauen das Gepäck und ab geht es nach Bijilo, einem Dorf direkt am Atlantic Ocean. Wir klammern uns 25 Minuten aneinander, solange dauerte die Fahrt vom Airport nach Bijilo, wir schauten uns in die Augen und können es nicht glauben, Glückshormone treffen auf Glückshormone und sie spielen verrückt. What a feeling!

Angekommen in meinem neuen Zuhause, die Glückshormone geben keine Ruhe. Love is in the air. Ich muss sie abkühlen, gehe duschen und mach mich frisch. Danach, ich packe meine Klamotten aus, aber vor allem die Geschenke für meine Liebste. Ich bin hellwach, keine Spur von Müdigkeit und so wird es morgen. Die Sonne erwacht, jetzt erst werden wir müde, aber so richtig müde. «Komm Darling, ich zeige dir unser Schlafzimmer». Mir bleibt der Atem in der Lunge stecken, das Bett ist mit frischen roten Rosenblätter geschmückt. «A bed of roses, just for you my love». Wir werfen uns aufs Rosenbett und starten eine Liebe, die, daran werden wir arbeiten habe wir uns versprochen, bis ans Ende der Tage auf diesem tollen Planeten halten soll.  

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